Monat: September 2018

gasido im WERK1 – Aus dem Coworking in das eigene Büro

Als die Münchnerin Cornelia Klaubert – damals angestellt bei der Linde Group – mit ihrer Idee, die Möglichkeiten der Digitalisierung für den Vertrieb von Industriegasen zu nutzen, auf taube Ohren stieß, kündigte sie und setze ihre Vision kurzerhand selbst um – parallel zur Schwangerschaft und Geburt ihres Kindes. Durchhaltevermögen ‚par excellence‘ und das hat sich ausgezahlt. Nach rund 1,5 Jahren besteht das Team ihres Startups gasido aus vier Leuten und zusätzlich zu ersten Kundenbeziehungen, gibt es Gespräche mit großen Lebensmittelkonzernen, die von gasido Stickstoff beziehen wollen. Eine Success Story, wie sie im Buche steht und eng mit dem WERK1 verwoben. Vom Coworking aus haben sie es mittlerweile in das eigene Büro geschafft.

GASE ONLINE VERKAUFEN – WARUM?

„Nach fünf Jahren in der Branche habe ich gemerkt, wie wenig digital-affin die Branche tickt. Der B2B-Vertrieb läuft noch komplett analog und über persönliche Kontakte“, erklärt uns Cornelia, als wir sie zum Interview im WERK1 Café treffen. „Das Potential der digitalen Betriebswege wurde bisher noch gar nicht angezapft.“ Genau das wollte und will Cornelia ändern. Denn: Von Sauerstoff in Krankenhäusern für die Beatmung von Patienten, über Bars, die Stickstoff zum Bier zapfen nutzen, bis hin zum Schweißarbeiten – der Markt umfasse viele Produkte, mit denen wir alle täglich zu tun haben. „Ich glaube daran, dass das Produkte sind, die langfristig digital verkauft werden. Und ich bin der Meinung, dass wir jetzt damit anfangen müssen. Darum habe ich damals gekündigt und gegründet.“

TEAM UND KUNDEN

Die größte Nachfrage bestehe derzeit nach Schweißgasen. Zu den bisherigen gasido-Kunden zählen zum Beispiel Werkstätten oder Redereien, die die Spezialgase für Schiffe benötigen. Der nächste Schritt sei es nun, so die Gründerin, an Großkunden heranzutreten. Dabei unterstützt sie in erster Linie ihr CTO Thomas Obkircher, der von Berlin aus am gemeinsamen Startup arbeitet. Außerdem sind da noch die Entwicklerin Julie Fang und Kollegin Karin Stopp, die sich um den Kundensupport und um das Marketing kümmert. Cornelia selber hat an der TU München studiert und promoviert. Dass sie auch hier gründen möchte, war für sie selbstverständlich.

WARUM DAS WERK1?

„Ich halte ein Netzwerk für sehr wichtig. Und das habe ich hier. Im Studium habe ich gerne in der Bibliothek gelernt – geteiltes Leid ist halbes Leid. Darum habe ich auch von Anfang an meinen Arbeitsplatz hier in den Coworking-Space verlegt. Am WERK1 finde ich super, dass hier viele Startups mit digitalem Hintergrund zusammenkommen und man von so vielen spannenden Lebensläufen inspiriert wird.“ Das Networking vor Ort funktioniert offensichtlich: Schließlich hat Cornelia im WERK1 ihren CTO Thomas kennengelernt. Der nächster Meilenstein war der „Next Commerce Accelerator“, den gasido gewonnen hat. Next Steps: Der Relaunch des Online-Shops mit verbesserten Funktionen ist gerade durch, neue Kunden sind in der Pipeline

GRÜNDEN? IRGENDWIE MACHT MAN ALLES UND ALLES GLEICHZEITIG

Wenn man gründet, hat man es mit einer Vielzahl von Aufgaben zu tun: SEO, Marktanalysen, Vertrieb, Buchhaltung…die Liste ist lang. Es muss einem also liegen, sich schnell in viele Dinge einzuarbeiten und zu akzeptieren, dass man nicht alles im Detail versteht. Wenn jemand lieber an einer Sache, dann aber in der Tiefe arbeitet, ist man in etablierten Firmen sicher besser aufgehoben.“

Das Gründen einer Firma und gleichzeitig einer Familie schließt sich für Cornelia nicht aus. „Ich habe mal gelesen, dass Gründer in Deutschland im Durchschnitt 35 Jahre alt sind. Und in diesem Alter ist das Thema Familie natürlich relevant. Außerdem wollen wir mit unseren Firmen ja die zukünftige Arbeitswelt gestalten und da sollten wir eine Lösung finden wie man Familie und Firma vereint. Klar sind auch schlaflose Nächste dabei. Die nehme ich aber gerne in Kauf, wenn sich dafür meine Familie und gasido zusammen gut entwickeln“

Es ist also nicht immer alles nur „glossy“ und heile in der innovativen Startup-Welt. Aber Durchhalten und an seine Idee glauben lohnt sich. Cornelia Klaubert und ihr Ihre B2B Plattform gasido liefern den Beweis dafür.

Startup: gasido
Webseite: https://www.gasido.de/
Kontakt: service@gasido.com

Gamescom 2018 – Games/Bavaria und WERK1 mit Gemeinschaftsstand und Biergarten

Auch 2018 hatte die gamescom die Stadt Köln für knapp eine Woche fest im Griff. Die größte Gaming-Messe Europas hat zu ihrem 10. Geburtstag mit 375.000 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord aufgestellt und Aussteller aus 56 Ländern haben ihre Innovationen aus dem Bereich „Gaming“ präsentiert. Da darf natürlich auch das WERK1mit der bayerischen Dachmarke für die Games-Branche Games/Bavaria nicht fehlen: In bester Lage am Messegelände brachte das Team ein Stück bayerische Gemütlichkeit in das wilde Messetreiben. Der Maibaum in de Mitte des Standes lotste Besucher aus allen Richtungen in einen detailverliebten Biergarten, wo Aussteller und Besucher bayerisches Heimatgefühl im Zentrum der Rheinmetropole erleben konnten. Insgesamt teilten sich 12 Aussteller die u.a. von der Staatskanzlei geförderte Standfläche.

MINISTERPRÄSIDENT TOBIAS HANS AUS DEM SAARLAND AM STAND

Ein Highlight war gleich am ersten Tag der überraschende Besuch des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans. Mit Blick auf vergleichbare Programme im eigenen Bundesland, besuchte er die auffällige Biergarten-Standfläche und ließ sich sichtlich beeindruckt vom Games/Bavaria-Team erklären, wie Bayern in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband an der Games-Förderung arbeitet.

Der traditionelle Frühstücksempfang am 2. Messetag brachte den Stand dann an seine Grenzen. Dafür wurden alle Besucher zünftig authentisch mit Weißbier und -Wurst von den Organisatoren am Stand begrüßt, die auch gleich die Gelegenheit nutzen, die neue Games/Bavaria Webseite live vor Ort zu launchen und sich zurecht viel positives Feedback für neue Features wie Jobboard, News-Bereich und ausführlichem Eventkalender einzuholen. Eine weitere Ankündigung betraf eine neue Job-Messe für die Games-Branche, die im November erstmalig im WERK1 stattfinden wird.

Der Games/Bavaria Gemeinschaftsstand war auf der gamescom nicht nur der ideale Ort für unsere Mieter und Partner, sondern wurde mit seinem Biergarten und einladendem Design auch für spontane Meetings und Gespräche genutzt. Wir sind stolz darauf etwas Freistaat nach Köln zu bringen und das Feedback unserer Mieter sowie Gäste war durchweg positiv.
Persönlich ist es für mich eines der Highlights des Jahres und ich schöpfe auf der gamescom neue Motivation und Inspiration für das kommende Jahr, bis man sich wieder auf der gamescom im Bayerischen Biergarten trifft.

Robin Hartmann – Project Lead Games/Bavaria

EIN STAND IN BESTER LAGE

In bester Lage in Halle 3.2 als Teil der „Made in Germany“ Area waren zwölf Unternehmen mit einer Beteiligung am bayrischen Gemeinschaftsstand vertreten. Auch 2018 hat sich das Team für den gemeinschaftlichen Auftritt der bayrischen Industrievertreter unter der Dachmarke Games/Bavaria für einen halboffenen Stand mit großem Bereich für einen Biergarten entschieden. Abgerundet durch einen Maibaum, kam aus München ein bisschen Gemütlichkeit auf die Messe auf.

Mit wenigen Worten können wir festhalten, dass der Gemeinschaftsstand von Games/Bavaria, dem WERK1 und vielen weiteren Partnern wieder ein großer Erfolg war und vielen aufstrebenden Unternehmen aus Bayern die Präsents auf Europas wichtigster Gaming-Messe ermöglicht hat.

AUSSTELLERLISTE

GEFÖRDERT DURCH

Code+Design – Die Programmier-Pros von Morgen tüfteln im WERK1

Vier Tage lang an eigenen spannenden Hard- und Software-Projekten arbeiten, sich in einer gleichaltrigen Interessengemeinschaft austauschen und dabei von professionellen Coaches neue Technologien gezeigt bekommen – so lautet das Programm von Code+Design, einem Workshop, der seit rund zwei Jahren durch ganz Deutschland tourt und sich an Jugendliche richtet. Zum zweiten Mal war das WERK1 Gastgeber und bot damit vom 30.8. bis 2.9. rund 30 angehenden Programmier-Pros ein inspirierendes Umfeld um sich auszuprobieren.

WAS IST CODE+DESIGN?

Veranstaltet werden die deutschlandweiten Programmier-Camps für Berufseinsteiger von der gemeinnützigen Code+Design Initiative e.V.. „Unser Ziel ist es, mehr junge Menschen für digitale Technologien zu begeistern und über die verschiedenen Berufsbilder zu informieren“, erklärt Anna Brückner, eine der Coaches, die die Teilnehmer im WERK1 unterstütz haben. Drei sein können Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Welchen Wissensstand sie in puncto Coding und Co. haben, spiele dabei keine Rolle, sagt der Coach – sowohl Fortgeschrittene, als auch blutige Anfänger sind bei den Worshops in Städten wie Hamburg, Frankfurth, München und Co. willkommen. „Es geht darum, dass sich Jugendliche, die ein grundsätzliches Interesse an der Sache haben, ausprobieren können. Die Basics in Sachen Programmiersprache zum Beispiel, lernen die, die es noch nicht können, dann ganz beiläufig.“

ERFAHRUNGEN AUS DEM BERUFSALLTAG MITNEHMEN

Das Camp im WERK1 fand wie für Code+Design üblich im „Hackathon-Format“ statt. Heißt: Am Anfang stellen die Teilnehmer, die schon eine Projektidee haben, diese vor. Dann schließen sich Teams zusammen, die an den verschiedenen Ideen in Projektgruppen arbeiten – rein nach Interesse. Bis zur Abschlusspräsentation am letzten Tag entwickeln die Gruppen Konzepte, einige sogar erste Prototypen. In Unterstützung der Coaches, die alle auf Berufserfahrung in dem Business zurückgreifen und den Teilnehmern aus den eigenen Erfahrungen im Job berichten können. Wie Anna Brückner: „Der Nerd, der sich mit seinen Games im Keller einschließt und Pizza isst, das ist ein absolutes Vorurteil. Wenn man im Bereich Coding und IT-Entwicklung arbeitet, muss man kreativ sein. Es wird viel im Team gearbeitet und man muss Sozialkompetenz mitbringen. All das erleben die Jugendlichen in unseren Workshops.“

DIE PROJEKTE – VON GAMES BIS HIN ZU APPS FÜR DEN EIGENEN ALLTAG

Aber wie sehen die Projekte aus, die sich die Teilnehmer in einem solchen Camp zum Ziel setzen?

„Das Thema Gaming kommt natürlich oft vor, also eigene Spiele entwickeln“, erläutert Coach Anna Brückner. „Oder es geht um ganz alltagsnahe Probleme, auf die die Jugendlichen stoßen. Ein Mädchen hat zum Beispiel mal den Blindenstock ihrer Freundin mitgebracht. Und die Idee, man könne an ihm eine Art Sensor und GPS integrieren, die ihr die Orientierung leichter machen. Einer der Teilnehmer hat zum Beispiel mal ein Programm für das Sekretariat seiner Schule entwickelt – das ist soweit ich weiß heute in Gebrauch – mit dem kann die Schule die Kurswahl der Schüler per Algorithmus fair auslosen.“ Wieder andere, darunter auch die Teilnehmer in München, entwickeln Apps, die einem die Wartezeit auf Bus, Arzttermin und Co. sinnvoll gestalten – mit kurzen Lektion und Übungen aus Bereichen wie Fremdsprache, Politik, Biologie etc. Ein anderer Münchner Teilnehmer ist schon lange genervt davon, dass auf Partys ständig streit entsteht, weil nicht allen die Musik gefällt. Seine Idee: ein Programm, das zum Beispiel alle Spotify-Accounts der Partygäste matcht, und dann nur die Titel spielt, die auf möglichst vielen davon vertreten sind.

KONKURRENZ: NO! – TEAMWORK: YES!

An den Dingen arbeiten, die einen im Alltag selber beschäftigen. Und daran immer wieder kleine Erfolgserlebnisse haben – das sei der Grund, warum die Jugendlichen so begeistert bei der Sache sind, sagt Betreuerin Anna Brückner. „Deswegen haben wir auch viele Wiederholungstäter. Wer mitmacht, ist wirklich super motiviert. Das sieht man auch daran, dass einige der Kids morgens schon viel früher da sind, als wir überhaupt loslegen. Und abends auch noch länger bleiben, um in den Gruppen weiter an ihrer Sache zu arbeiten.“ Konkurrenzdenken spiele hingegen keine Rolle, sagt der Coach. „Im Gegenteil, alle geben sich gegenseitig Input und tauschen Lösungsideen aus. Kein Projekt wird höher gewartet, als das andere, egal ob es jetzt um ein Game geht oder eine App mit einem sozialen Hintergrund.“

WAS SAGEN DIE TEILNEHMER?

Das nennt man dann wohl „Blut geleckt“. Jonathan kann das nur unterschreiben. Der 17-jährige Gymnasiast hat mit seinem Schulkollegen schon zum zweiten Mal bei Code+Design teilgenommen. „Programmieren ist leider ein Hobby, das nicht sehr verbreitet ist. Darum ist es super hier mit viele Leuten in unserem Alter zusammenzukommen und mit ihnen gemeinsam zu überlegen, wie man seine Ideen weiterbringen kann. Dabei lernt man auch echt viel, was man im Studium oder in der Ausbildung brauchen kann.“

DER MÄDCHENANTEIL WÄCHST

Als gemeinnützige Initiative sind die Initiatoren der Code+Design natürlich auf etwaige Unterstützer angewiesen. Das WERK1 stellte deswegen die Location frei zur Verfügung.

Fünf Mädchen waren unter den knapp 30 Münchner Teilnehmern. Oft sei das Verhältnis von männlichen und weiblichen Interessierten aber 50/50, minimal sei ein Mädchen-Anteil von 25 Prozent, berichtet Anna Brückner. Es finden also auch immer mehr junge Frauen den Weg in das Berufsfeld. Sicher auch ein Verdienst der Code+Design Initiative e.V., die mit den viertägigen Camps wie bei uns im WERK1 dafür sorgt, dass jungen Menschen mit solche einem Interessengebiet der Weg ins Berufsleben geebnet wird.