Interview mit BEITEN BURKHARDT: Rechtsberatung für Startups

Blogpost Beiten Burkhardt

Seit Dezember 2019 sind das WERK1 und die Wirtschaftskanzlei BEITEN BURKHARDT Partner. Die zwei Rechtsanwälte Dr. Mario Weichel und Dr. Christian Kalusa stehen den WERK1 Startups dabei mit viel Leidenschaft und Erfahrung bei der Rechtsberatung zur Seite. Im Interview verraten uns die beiden, wie sie Startups unterstützen und was der Mehrwert einer Zusammenarbeit mit BEITEN BURKHARDT für diese ist. Außerdem geben sie spannende Einblicke in die rechtliche Welt von Startups und hilfreiche Tipps zu typischen Themen, die vor oder auch nach der Gründung auf Startups zu kommen.

BEITEN BURKHARDT – Was die Kanzlei bietet

Mario und Christian, könntet ihr euch und BEITEN BURKHARDT zuerst einmal vorstellen?

Mario: BEITEN BURKHARDT ist eine mittelständische Wirtschaftskanzlei mit Standorten im In- und Ausland. Wir beraten überwiegend mittlere und größere Unternehmen in sämtlichen Bereichen des Wirtschaftsrechts. Christian und ich sind Teil der Praxisgruppe Corporate M&A und auf den Bereich Venture Capital spezialisiert. Die Beratung im Venture Capital / Startup Bereich ist unsere Leidenschaft. Christian und ich kümmern uns dabei schwerpunktmäßig um Gesellschaftsrecht, Finanzierungsrunden und Exits. Aber natürlich bekommen bei uns Startups, wie alle anderen Mandant*innen auch, Full Service und werden daher von unseren Kolleg*innen auch in allen anderen Bereichen beraten; wie z.B. dem Arbeitsrecht,  dem IP-Recht  oder dem Datenschutzrecht. 

Christian: Uns ist es wichtig, die alte mit der neuen Industrie zu verknüpfen und die Brücke von der Old Economy in die Welt der Startups zu schlagen. Spannend für uns an der Zusammenarbeit mit dem WERK1 ist, dass wir relativ früh eingebunden werden und so von der ersten Finanzierungsrunde an (oder früher) dabei sein können.

Wie viele Mitarbeitende arbeiten aktuell an den Startup-Projekten?

Mario: Wer Startups in einer Großkanzlei möglichst früh begleiten will, muss vor allem kosteneffizient arbeiten. Wir haben daher in allen deutschen Standorten Teams, die auf den Bereich Venture Capital / Startups spezialisiert sind. Insgesamt sind wir ein Kernteam aus 10 Kolleg*innen. Wie viele Kolleg*innen aus anderen Fachbereichen darüber hinaus aktuell an Startup-Projekten arbeiten, kann ich dir so gar nicht beantworten. Wir ziehen diese Kolleg*innen je nach Bedarf im konkreten Projekt hinzu.

Christian: Kosteneffizienz ist bei uns ein wichtiger Punkt. Neben den Reisekosten, die wegfallen, weil wir an allen Standorten spezialisierte Kolleg*innen haben, basteln wir laufend an der weiteren Standardisierung unserer Verträge und Legal Tech Lösungen. Ein schönes Beispiel ist unser Fragebogen zur vereinfachten Gründung, der das Onboarding vereinfachen und automatisieren soll – diese Idee kam im Übrigen von einem WERK1-Startup. Wir lernen also auch von Euch. 

Vorteile für Startups

Was ist der Mehrwert von BEITEN BURKHARDT für die Startups?

Christian: Einer unserer größten Vorteile ist, dass wir eine Full-Service-Kanzlei sind, das heißt, dass wir Beratung aus den verschiedensten Bereichen anbieten. Wenn wir selbst etwas nicht können, empfehlen wir eine/n Kolleg*in weiter, der auf diesen Bereich spezialisiert ist.

Unsere langjährige Erfahrung im Bereich Startups ist ebenfalls etwas, was uns ausmacht. Die meisten Themen haben wir schon hundertmal gesehen und geben diese Erfahrung gerne weiter. Wir haben zudem aufgrund unseres Kanzleibackgrounds einen guten Einblick in den deutschen Mittelstand – die Vermittlung von Corporate Venturing Partnerschaften, aber auch zu normalen VC ist daher ein wichtiger Teil unserer Beratung.

Spannend wird es für uns in der Later Stage Phase und dem Exit. Hier konnten wir in den letzten Jahren einige Male richtig gut punkten.

Gibt es bestimmte rechtliche Fragen, die Startups typischerweise stellen?

Christian: Ja, klar. Von gesellschaftsrechtlichen Fragen bei der Gründung über Mitarbeiterbeteiligungsprogramme bis hin zum ersten Wandeldarlehen. Das sind so die Early Stage-Klassiker. Später kommen dann Fragen zu Beteiligungsrunden und dem Roll Out dazu.

Mario: Da alle Startups unterschiedlich sind, gibt es aber auch viele Besonderheiten. Rechtlich spannend auch in der Frühphase sind Business Cases, die besondere Genehmigungen oder Zulassungen voraussetzen. 

Wertvolle Rechtsberatungs-Tipps für Startups

Ab wann sollten Startups eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen?

Mario: Da gibt es natürlich nur eine Antwort: Möglichst früh. Wie früh und in welcher Intensität hängt vom Business Case ab. 

Wichtig ist zudem, dass die Gründenden relativ schnell firm in den für sie wichtigen Bereichen des Rechts werden. Das spart nicht nur Anwaltskosten, sondern ermöglicht es den Gründenden auch, auf Augenhöhe mit zukünftigen Geschäftspartnern und Investor*innen zu sprechen. Zu diesem Zweck haben wir übrigens unsere kostenlose Workshopreihe für Early Stage-Startups entwickelt. Wir besprechen und spielen dort die häufigsten betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Frühphasenthemen mit den Gründer*innen durch.

Ab welcher Firmengröße sollte man über einen eigene/n Firmenanwalt*in nachdenken?

Christian: Hierauf gibt es keine pauschale Antwort. Wenn aber rechtliche Themen anfangen, einen erheblichen Anteil der Zeit der Gründer*innen aufzufressen, wird es Zeit, Überlegungen in diese Richtung anzustellen. Vielen Startups ist schon geholfen, wenn sie einen Mitarbeitenden mit der Koordination der externen Berater*innen betrauen. Das nimmt schon mal viel Kommunikationsaufwand von den Gründer*innen ab, die dann nur noch die zentralen Punkte entscheiden müssen. Wenn ein Startup mit häufig wiederkehrenden, gleichartigen rechtlichen Themen konfrontiert ist, lohnt sich ein eigener Unternehmensjurist früher, als wenn der Rechtsberatungsbedarf zwar hoch ist, es aber um immer wieder wechselnde Fragen geht.

Gibt es Bereiche bei Early Stage-Startups, die rechtlich oft falsch laufen?

Christian: Man sieht selten, dass eine frisch gegründete GmbH schwerwiegende

gesellschaftsrechtliche Fehler hat. Erstaunlich oft haben wir bei Startups allerdings das Thema “Einbringung der Assets”, weil man schon vor Gründung mit der Unternehmung angefangen hat. Die Assets, vor allem IP-Rechte, gehören aber noch den einzelnen Gründer*innen. 

Mario: Auch bei der Aufgabenverteilung der Gründenden innerhalb des Unternehmens und, damit zusammenhängend, der Verteilung der Geschäftsanteile, gibt es immer wieder Fehler. Wichtig ist, hier alles klar zu besprechen und zu regeln. Des Weiteren sollten zumindest potenziell Exit-getriebene Gründer*innen ihre Anteile über eine Holding halten, um nach einem Verkauf ihrer Anteile nicht unnötig Steuern zahlen zu müssen.

Christian: Ein wichtiges Stichwort ist in diesem Zusammenhang das Gründervesting, das wir allen Gründer*innen ans Herz legen, da es nervtötende Streitigkeiten vermeiden kann. 

Rechtsberatungs-Workshops mit BEITEN BURKHARDT

Ihr plant in der zweiten Jahreshälfte eine Workshopreihe mit dem WERK1 – könnt ihr dazu schon mehr verraten?

Christian & Mario: Wir werden vier Workshops, speziell für WERK1 Startups anbieten. Im ersten Workshop geht es um den Aufbau einer integrierten Planungsrechnung und den Weg zum Beteiligungsvertrag. Der zweite Workshop beinhaltet eine Live-Verhandlung eines Term Sheets mit einem Investor. Im dritten Workshop, unserem Startup Mashup, stellen unsere Kolleg*innen aus dem Arbeitsrecht, Datenschutzrecht, IP-Recht usw. die heißesten Startup Themen des Jahres 2021 vor. Im vierten Workshop geht es um Wachstumsstrategien für Scale-ups. Genaue Infos und Termine werden wir dazu noch bekannt geben.

Unsere normale Workshopreihe für alle Startups, auch außerhalb des WERK1, startet Anfang April. Auch hierzu sind die WERK1 Startups natürlich herzlich eingeladen. Hier findest du weiter Infos.

Get in Touch

Für welche Themen steht ihr den WERK1 Startups zur Verfügung und wie können sie Kontakt zu euch aufnehmen?

Christian & Mario: Zusammengefasst sind es die Themen Gründung, Finanzierungsrunden, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, IP-Recht, IT-Recht, Datenschutzrecht, öffentliches Recht, Kapitalmarktrecht und Steuerrecht, für die wir den Startups zur Verfügung stehen. Da wir aber eine Full Service-Kanzlei sind, können unsere Kolleg*innen auch bei allen anderen Themen beraten.

Am besten die Startups schreiben uns eine E-Mail unter Mario.Weichel@bblaw.com oder Christian.Kalusa@bblaw.com.

Und zu guter Letzt: Hilfreiche Tipps

Habt ihr noch einen abschließenden Tipp für Gründer*innen?

Christian & Mario: Allgemein sollten sie sich nicht zu sehr von den ganzen rechtlichen Themen einschüchtern lassen, es gibt für das Meiste eine Lösung. Außerdem ist es immens wichtig, sich vor der Gründung schon in rechtliche Themen einzulesen, um gut vorbereitet zu sein und nicht ins Blaue hinein zu gründen. Und schließlich empfehlen wir, lieber zu früh als zu spät Kontakt zu einem spezialisierten Berater (aus welchem Bereich auch immer) aufzunehmen. Die zu erwartenden Beratungskosten sollten und können vorab mit dem Berater besprochen und in vielen Fällen fest vereinbart werden.

Gibt es bestimmte rechtliche Themen, die Freelancer auf dem Schirm haben sollten?

Christian: Freelancer müssen sich nicht mit ganz so vielen rechtlichen Dingen herumschlagen. Ein wichtiges Thema ist aber auf jeden Fall die Scheinselbstständigkeit. Wenn man nur für eine einzige Firma arbeitet, behandeln einen die Behörden wie einen sozialversicherungspflichtig angestellten Arbeitnehmenden und nicht wie einen Selbständigen – das sollte man auf dem Schirm haben.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Mario und Christian für das sehr interessante und aufschlussreiche Interview und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Bild-Quelle: Tingey Injury Law Firm auf Unsplash