Mit Risklio die richtigen Entscheidungen treffen

Blogbeitrag risklio

Das WERK1 Startup Risklio arbeitet in der Tradition deutscher Mittelstandsunternehmen: Hochwertige Technologieprodukte für Experten auf einem globalen Markt. Ihr Fokus liegt dabei auf Ereignisrisiken und deren Auswirkung auf Finanzpreise. Was hinter der innovativen Idee steckt und welchen spannenden Lebensweg der Mitgründer Dr. Stephan Werner bisher gegangen ist, erfährst du im aktuellen Blogpost.

Vom Rockstar zum Finanz-Geek

Stephans Weg zum Startup-Gründer war abwechslungsreich und sicher alles andere als langweilig. Statt dem klassischen linearen Prinzip “Schule – Studium – Job” zu folgen, wollte er Erfahrungen sammeln und seine Neugier befriedigen. Stephan beschreibt seinen Weg mit einem, wie wir finden, passenden Vergleich: Einer Tour durch eine Kunstgalerie. Du kannst den Audioguide wählen und dich durch die Ausstellung leiten lassen. Oder du kannst mutig sein, den Audioguide weglassen und eigene Erfahrungen sammeln, deine ganz eigenen Eindrücke machen. 

Nachdem er in der Schulzeit eine Musikkarriere anstrebte, folgte ein Geschichtsstudium, ein großes Interesse für die Finanzwelt und später eine Karriere in der Beratung. Nach ein paar Jahren in der Festanstellung entschied er sich bewusst gegen eine vordefinierte Karriere und für eine Gründung – ganz im Sinne der Audioguide-losen Galerieerfahrung. Stephan suchte schon immer aktiv nach neuen Erfahrungen, so war auch das Gründen eine neue Erfahrung, die er machen wollte. Die intrinsische Motivation ist es, die dabei zählt. Und als Gründerin oder Gründer sollte man eine gewisse Risikobereitschaft an den Tag legen. “Würde Indiana Jones in der heutigen Zeit leben, wäre er ein Gründer. Und die Businesswelt der Dschungel”, so Stephan.  

Wie Corona das Startup und unser Mindset verändert

Corona hat nicht nur die Arbeitswelt und das Privatleben auf den Kopf gestellt, sondern auch die Art, wie wir miteinander interagieren. Statt eines aktiven Austauschs konsumieren wir fast nur noch passiv. Für Stephan ist das genau die Gefahr: Wir müssen aktiv sein, um Etwas zu erreichen. Für ihn zerfließen die Formen des passiven Internetkonsums, etwa über Netflix, und dem geschäftlichen Austausch. So bieten Videokonferenzen durch die technische Restriktion, dass nicht mehrere Personen gleichzeitig sprechen können, nur noch einen linearen Weg des Austauschs. 

Natürlich geht die Corona-Krise auch nicht spurlos an Risklio vorbei. Geschäftskundengeschäft lebt gerade vom aktiven Austausch, etwa auf Kongressen, Konferenzen und Messen. All diese klassischen Formen des Kennen- und Schätzenlernens sind weggefallen. Letzten Endes setzt sich in einer rein digitalen Akquise der Konkurrent durch, welcher über das nötige Marketingbudget verfügt. 2019 war Risklio, sogar noch vor der Gründung, regelmäßig auf Veranstaltungen in London, Paris, Frankfurt, Amsterdam und München anzutreffen. Corona hat die Möglichkeiten nun auf wenige virtuelle Konferenzen beschränkt, bei denen manche Teilnehmer*innen sich auch schon mal vom Swimming Pool einwählen, wie Stephan erzählt. 

Aber zumindest einen positiven Effekt hat die Pandemie dann doch für Risklio: Sie hat das Thema Eventrisiko wichtiger denn je werden lassen. 

Risklio als Lösung für den deutschen Mittelstand

Aber was ist Eventrisiko eigentlich, und wie löst Risklio das Problem der Messung? Bei dieser Kategorie handelt es sich um eine Risikoklasse nach Basel III der Bankenaufsichtsrichtlinie. Sie umfasst alle “gravierenden Änderungen im Marktpreis einer Finanzsicherheit”, welche durch besondere Ereignisse ausgelöst werden. Solche Ereignisse können dabei die Insolvenz eines Unternehmens, aber auch Trump-Tweets oder eben Corona darstellen. Risklio kombiniert zur Messung Methoden des Natural Language Prozessings, der Finanz- und Versicherungsmathematik, sowie Bayesianische Statistik zur Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz. Stephan beschreibt es so: “Als Marktanalyst muss ich täglich dutzende Unternehmen gleichzeitig beobachten, und lerne aus der Erfahrung, welche Nachrichten Kurssprünge auslösen, und somit als Eventrisiko zu bezeichnen sind. Unsere Methodik folgt derselben Herangehensweise, um jedoch nicht zu ersetzen, sondern zu unterstützen.” Zielgruppe sind Risiko- und Portfoliomanager von Vermögensverwaltungen, Banken, Versicherungen; aber auch Privatanleger.

Eine besondere Erfahrung weiß Stephan zu berichten: verkauft man Expertenprodukte an Expert*innen, so sollte das sonst als innovative geltende Label “Startup” eher nicht verwendet werden. Stephan selbst sieht mit 37 Jahren sein FinTech eher als klein- und mittelständiges Unternehmen. Kein Gegensatz, aber dennoch weniger anfällig, als “Buzzword” missverstanden zu werden.  

No risk, no fun?

Die Herausforderung: Der Regulator macht es Investoren denkbar einfach, Eventrisiken zu bewerten, indem er die Verwendung einer fixen Bewertung gestattet. Risklio muss so nicht nur komplexe Datenprodukte vertreiben, sondern auch die Relevanz für ein nicht rein regulatorisch geprägtes Risiko- und Portfoliomanagement herausstellen. Freilich keine leichte Aufgabe für ein junges Unternehmen. 

risk.finance – die neue Plattform von Risklio

“Promote Financial Literacy” – Förderung der Finanzkompetenz ist das Motto von Risklio, wenn auch eher inoffiziell, da man gestandenen Risikomanagern mit Jahren der Erfahrung sicherlich keine Mangel an Kompetenz zuschreiben kann. Anders sieht es bei Kleinanleger*innen aus, die diese Erfahrung nicht haben. Nicht zuletzt Corona hat allerdings gerade bei dieser Gruppe einen regen Zulauf verschafft. Um auch diesen Investoren Zugang zu ihren Datenerkenntnissen zu ermöglichen, hat Risklio seine Demoplattform öffentlich und kostenlos zugänglich gemacht. Auf risk.finance demonstriert das Unternehmen, wie durch innovative Daten neue und einfache Wege der Vermittlung komplexer Zusammenhänge konkret umgesetzt werden können. Die Plattform ist nach wie vor als Open Beta Testversion öffentlich zugänglich unter www.risk.finance

Risklio im WERK1 

Neben einem Sitz in Frankfurt – also the place to be für alle Unternehmen, die Finanzen im Fokus haben – hat sich das Team bewusst auch für ein Office im WERK 1 entschieden. Warum, Stephan? Maike Wursthorn. Als ehemaliges Mitglied des LMU Accelerators hatte das Unternehmen die Startup Managerin des WERK1 kennengelernt, und war sich sofort klar: “da müssen wir hin”. Nicht nur die Verfügbarkeit der Räumlichkeiten spielten hierbei eine Rolle, sondern insbesondere der aktive Umgang des WERK1 mit den ansässigen Unternehmen, und den zahlreichen Möglichkeiten des Austauschs – etwa mit dem InsurTechHub Munich oder BayStartup

Von Gründer zu Gründerin/Gründer – Tipps und Learnings 

Jetzt mal Butter bei die Fische – welche konkreten Tipps gibt es für Gründerinnen und Gründer? Wir haben den wichtigsten Input von Stephan hier zusammengefasst:

  • Be active: “Do it! Just do it! Some people dream success, when you gonna wake up and work hard on it. Nothing is impossible. You should get to the point where everyone else would quit and you’re not gonna stop. Nothing is impossible. Don’t let your dreams be dreams. Yes, you can!”  Dieses Meme von Shia LaBeouf war lange die interne Lösung von Risklio: Warte nicht auf die Erlaubnis Anderer, es ist deine Verantwortung, das in deinem Leben zu machen, was dich fordert. Probier dich aus. 
  • “Genius is 1% inspiration und 99% perspiration” – also Blut, Schweiß und Tränen.  Dieses berühmte Zitat von Thomas Edison fasst zusammen, was Personen wie Steve Jobs, Elon Musk, Bill Gates oder Jeff Bezos repräsentieren. Keiner von ihnen hatte einen Abschluss in Innovation Management einer Business School, alle waren intrinsisch motiviert, durch harte Arbeit die eigene Vision auf einen Canvas zu bringen. Allzu oft vergessen wir bei dem Zelebrieren, wer wieder wieviele Millionen an Investitionen erhalten hat, die langen Stunden in dunklen Kellern, an Wochenenden, bei schönstem Sonnenschein und einsamen Corona-Lockdowns: Innovation ist harte Arbeit. Aber wie es mit harter Arbeit ist, so wird man dadurch automatisch erfahrener, besser. Und nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl den ersten Kunden von seiner Lösung überzeugt zu haben. 
  • …”Be like water “ ein letztes Zitat von Bruce Lee. Sei flexibel. Es ist wichtig, zu wissen, dass es Audioguides gibt in Galerien, aber es ist auch wichtig zu wissen, wann man sie ausstellt. Es gibt keine One-Size-Fits-All Lösung, und es kann auch sein, dass die eigene Idee weniger perfekt angenommen wird, wie sie angedacht gewesen ist. Aber das ist der Vorteil: Du bist der Boss, du kannst selbst entscheiden, wann du deine Strategie änderst, um das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast: aus einer Idee einen Erfolg zu machen. Denn, wie sagt Shia LaBeouf? “ “If you’re tired of starting over, stop giving up.”