Schlagwort: talentcube

„DIE HÖHLE DER LÖWEN“-Panel im WERK1 – Keine Absprachen, kein Skript und kein zweiter Take!

Show oder Chance? Hoher Input, schwacher Output? Oder doch ein „Kickstart“, um mit dem eigenen Startup richtig durchzustarten? Mit ca. 3 Millionen Zuschauern erfreut sich die Gründershow „Die Höhle der Löwen“ auch in der fünften Staffel großer Beliebtheit beim deutschen TV-Publikum. Doch gilt das auch für die Startups, die mit ihren Ideen um die Gunst der fünf Investoren buhlen? Folgt auf den ergatterten „Deal“ dann auch tatsächlich ein Vertrag? Oder ist alles nur Fake und wenn überhaupt gut für die PR? Drei Startups mit einschlägigen Erfahrungen zu dem TV-Format erzählten im Rahmen eines „Höhle der Löwen-Panels“ im WERK1 aus dem Nähkästchen.

Während im Nebenraum gehackt und über die Stadt verteilt an über 20 weiteren Locations genetworkt wurde, konnten sich Startup Safari-Teilnehmer bei diesem speziellen Panel Tipps und Insights von denen abholen, die sich den Löwen bereits erfolgreich gestellt haben. Mit dabei: Katharina Mayer vom Münchner Social Startup „kuchentratsch“, welches von Rentnern gebackene Kuchen an Privatkunden, Firmen und Gastronomie vertreibt und gerade frisch aus der Höhle kommt. Sebastian Niewöhner, der mit „talentcube“ das Video zum neuen Bewerbungsstandard machen will. Und Malte Janduda vom Smarthome-Plugin-Startup „Parce“, einem WERK1 Resident. Beide waren 2017 in der Höhle der Löwen. Die Fragen, die wohl jedem im Publikum auf den Lippen brannten, stellte Florian Mann, WERK1 CEO, der an dem Abend die Moderation übernahm.

Höhle der Löwen im WERK1

Wie kommt man rein in die Höhle der Löwen?

Für Talentcube war die Empfehlung durch ein anderes Startup der Schlüssel zur Höhle. Parce und kuchentratsch bewarben sich ganz klassisch. Auf die Fragen der Investoren (v.a. zu Zahlen und Skalierbarkeit) bereitete man sich besonders gründlich vor, indem man vorherige Staffeln analysierte. Außerdem wurde der Webshop mittels shopify für den erwarteten Ansturm fit gemacht. PR und Mitarbeiter müssen ebenfalls gut vorbereitet werden.

Wie lief die Produktion ab?

Alle drei Startups wurden ins kalte Wasser geworfen und mussten sich für die ca. zweistündige Aufnahme selbst vorbereiten und organisieren. Hilfe oder Tipps von VOX gab es keine, Kontakt zu den Investoren tatsächlich auch erst während des Drehs. Keine Absprachen, kein Skript. Und kein zweiter Take! Mit TV hatten sie alle keine Erfahrung und dementsprechend auch etwas „Bammel“ vor der ungewohnten Situation, bzw. vor der Herangehensweise in der Postproduktion. Die Bedenken der Gründer: Dass völlig zusammenhanglose Takes nach Belieben kombiniert werden, so wie es für die Dramaturgie eben passt. Tipp an der Stelle von Katharina Mayer: Immer schön lächeln, Gesicht unter Kontrolle behalten, auf keinen Fall traurig oder enttäuscht gucken. Übrigens: ganze 11 Monate Abstand hatte talentcube zwischen Dreh und Ausstrahlung – für das zu dieser Zeit gerade einmal 2 Jahre alte Startup eine Ewigkeit. Gut, dass der Investorenvertrag direkt nach der Produktion geschlossen wurde…

Was waren eure Erwartungen?… Und was lief ganz anders als erwartet?

Erwartungsgemäß lag der Fokus auf Entertainment, resümierten die Gründer. Obgleich die Deals beim Pitch realitätsgetreu knallhart verhandelt werden, überzeugt man als Startup allen voran durch mediale Performance bzw, durch eine mitreißende Story – und „ja“, die Produzenten von Sony casteten schon im Vorfeld auch nach optischer Eignung.

Während sich parce und talentcube schon vorher auf einen oder zwei Investoren fokussierten, ging kuchentratsch ganz offen in die Verhandlung. Alle drei kamen aber mit „ihrem“ passenden Investor auf eine gute Einigung.

Wie ging es nach der Show weiter?

Auch in puncto Resonanz erfüllten sich die Erwartungen der Startups, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Tendenziell hätten sie alle jedoch mit mehr unmittelbarem Ansturm gerechnet. Die Vertragsverhandlungen verliefen für kuchentratsch und talentcube, die beide Carsten Maschmeyer als Investor gewonnen hatten, sehr erfreulich. Auch über das Geschäftliche hinaus unterstützt Carsten Maschmeyer sie nach wie vor mit wertvollen Tipps und einer lebendigen Investment-Community. Parce hingegen kam mit Frank Thelen leider zu keiner Einigung. Allerdings konnten sie mit ihrem bestehenden Investor einen deutlichen Fortschritt erzielen. Seltener Schaden, wo kein Nutzen.

Würdet ihr nochmal mitmachen?

Sowohl Katharina als auch ihre männlichen Gründer-Kollegen lobten die steile Lernkurve, die aus der Teilnahme an der Show resultierte. All die Aufregung und all die neuen Erfahrungen boten neben dem finanziellen Gewinn einen solchen Mehrwert, dass v.a. kuchentratsch und talentcube jederzeit wieder dabei wären. Der Hauptgrund für Parce, dies nicht zu tun, liegt allen voran in ihrem Produkt. Der Emotionsfaktor war bei ihrem Smarthome-Gadget einfach nicht quotenförderlich genug. Das betonen auch die beiden anderen: Die Höhle der Löwen ist ein geniales Sprungbrett für massentaugliche, leicht verständliche „Consumer Goods“ – in Form einer ausgewogenen Mischung aus Show und Business. Was manch televisionsverdrossener „Millenial“ nicht unbedingt vermuten würde. Katharinas, Sebastians und Maltes Fazit zur Showteilnahme fiel beim Panel dem entsprechend positiv aus.

An der Stelle danken wir vom WERK1 den Dreien noch einmal ganz herzlich für den spannenden und unterhaltsamen Einblick und damit für die Unterstützung bei der Startup Safari im Allgemeinen.