Warum PR für Startups lohnt – Ein Interview mit PR-Berater Marcus Prosch

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Social Media-Kommunikation folgt anderen Spielregeln als klassische PR. Wie man richtig mit Journalisten kommuniziert und warum Krisenpläne so wichtig sind – Die  Antworten gibt’s im Interview mit Marcus, der bei uns im WERK1 die Kommunikation der Startups Julep und Zwopr betreut.

WERK1: Hallo Marcus, schön, dass du unseren Startups heute ein paar Tipps für eine gute Zusammenarbeit mit Journalisten gibst. Bevor wir starten, könntest du dich bitte kurz vorstellen?

MARCUS: Sehr gerne! Als Kommunikationsberater unterstütze ich junge und etablierte Unternehmen in sämtlichen Fragen der PR-Arbeit. Angefangen bei der gemeinsamen Entwicklung der Corporate Story über Medientrainings bis hin zur Initiierung und Umsetzung von Interviews, Firmenportraits und Blogbeiträgen.

Zuvor war ich 18 Jahre Pressesprecher bei der ProSiebenSat.1 Group und in dieser Funktion für die Vorstandsbereiche Sales, Digital und M&A verantwortlich. Die Kommunikation sämtlicher Startup-Aktivitäten war dabei ein elementarer Bestandteil meines Ressorts – sei es für den Investmentarm SevenVentures, der wachstumsstarke B2C-Unternehmen unterstützt, oder für das firmeneigene Accelerator-Programm. Kurzum: Eine ungemein spannende und lehrreiche Zeit, in der ich enorm viel mitgenommen habe.

Warum PR für Startups so wichtig ist

WERK1: Was ist dein wichtigstes Learning aus dieser Zeit in Bezug auf Startups?

MARCUS: Ohne Storytelling geht es nicht. Wer sein Startup zum Erfolg führen will, muss die Corporate Story bereits im Businesskern verankern. In Geschichten zu denken und diese verständlich und authentisch zu vermitteln, ist für jede Zielgruppenkommunikation essentiell – seien es die eigenen Mitarbeiter, Investoren oder Journalisten. 

WERK1: Ganz konkret: Warum ist PR für Startups wichtig?

MARCUS: Weil sich eine gute, strategische Kommunikation maßgeblich auf die Reputation des Unternehmens und damit auf den Geschäftserfolg auswirkt. Gründern kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn sie müssen die ersten und glaubwürdigsten Botschafter ihrer Strategie sein. Gute Geschichten werden über Köpfe gemacht. Viele Startups denken nicht rechtzeitig über ihre Kommunikation nach. Ein Fehler! 

WERK1: Wieso ist Kommunikation nicht gleich Kommunikation? Also warum müssen Startups mit Journalisten anders sprechen als mit ihrer Zielgruppe auf Social Media?

MARCUS: Jede Zielgruppe hat andere Bedürfnisse. Im Zusammenspiel mit Journalisten sollten sich Gründer immer die Frage stellen, warum ein Journalist über ihr Startup berichten sollte. Was ist ihre Story? Was macht sie einzigartig? Journalisten erwarten von ihren Gesprächspartnern, dass sie sie überzeugen – mit einer News, die diesen Namen verdient, mit einer Story, die für ihre Leser Relevanz hat. Allein das zählt. Dabei ist es nicht der Job eines Journalisten, Startups zu helfen, bekannt zu werden. 

Punkten können Gründer, wenn sie nicht nur über ihr Startup sprechen, sondern auch dessen Position in dem Markt einordnen, den sie aufmischen wollen. Bitte realistisch, prägnant und ohne Anglizismen-Kauderwelsch, Buzzword Bingo und Superlative.

Strategy is the key

WERK1: Welche konkreten Tipps hast du zur richtigen Herangehensweise für PR für Startups?

MARCUS: Zunächst mal braucht es eine stringente, langfristige PR-Strategie. Gründer sollten sich stets darüber im Klaren sein, was das Ziel ihrer PR-Maßnahmen ist. Möchten sie beispielsweise potenzielle Nutzer oder Kunden erreichen oder neue Investoren? 

Geht’s um eine erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde, die mehrere Medien aufgreifen sollen? Oder um eine Gründungsstory, in der ein Marktproblem und die Lösungsstory aufgezeigt werden? Für die erst genannte Botschaft bietet sich eine breit gestreute Pressemeldung an, für das zweite Beispiel eher ein Interview oder Unternehmensportrait, das man einem ausgewählten Medium exklusiv anbietet. Das richtige Timing ist dabei entscheidend.

WERK1: Und wann ist das?                                                                                          

MARCUS: Pauschal lässt sich das schwer beantworten, da verschiedene interne und externe Faktoren zu berücksichtigen sind. Im Allgemeinen sollte man nichts ankündigen, was man nicht halten kann. Zudem empfehle ich Gründern, erst mal zu liefern und etwas vorzuweisen, bevor man in die öffentlichkeitswirksame Kommunikation einsteigt. Das erhöht die Ernsthaftigkeit des Ansinnens. Dabei stets seriös zu informieren, versteht sich von selbst. 

Besser vorbereitet, auch auf Krisen

WERK1: Natürlich wünscht man es niemandem, aber was sollte ein Startup tun, wenn es zur Krisenkommunikation kommt?

MARCUS: Der Umgang mit problematischen Themen ist ein gestaltbarer Prozess. Durch schnelles, wahrhaftes und offenes Agieren kann der Schaden möglichst gering gehalten werden. Immens wichtig ist es hier, den Informationsfluss aktiv zu steuern, um Spekulationen und Falschmeldungen zu vermeiden. 

Es gibt eine Fülle von Krisentypen. Allen gemein ist, dass sie meist mit voller Wucht einschlagen. Sei es ein Hacker-Angriff, der die Entwendung sensibler Kundendaten zur Folge hat oder ein Gerichtsurteil, das ein Geschäftsmodell derart tangiert, dass im schlimmsten Fall der Geschäftsbetrieb zum Erliegen kommt. 

Mein Tipp: Krisenpotenziale im Vorfeld ausmachen und ein Präventionsprogramm aufsetzen, bevor sich Schwachstellen als Krisenursache offenbaren. Bei der Krisen-PR kommt es auf Schnelligkeit und Expertise an, die Unterstützung eines erfahrenen PR-Profis ist daher ratsam.

WERK1: Vielen Dank, Marcus, für das super entspannte und informative Gespräch mit dir. Wir haben viele wichtige Punkte mitgenommen!

Marcus Prosch: PR für Startups

Marcus Prosch (50) ist Kommunikationsberater in München. Er unterstützt seine Mandanten insbesondere bei der Entwicklung von Positionierungsstrategien, in Transformations- und Kulturwandelprozessen sowie in den Bereichen CSR- und Nachhaltigkeitskommunikation. Zu seinen Kunden zählen diverse Social- und Tech-Startups, in die er zum Teil auch investiert ist, darunter –  neben Julep und Zwopr aus dem WERK1 – Superheldin, Bean United, Media4Planet oder Blue Life. Mehr unter www.prosch-communications.de

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Bild-Quelle: Roman Kraft auf Unsplash

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