Vom Startup für Kinderbetreuung zum globalen Anbieter für Mitarbeitendengesundheit: Im Interview erzählt Mitgründerin Julia Kahle wie aus heynanny heycare wurde, welche Herausforderungen das Wachstum mit sich brachte und warum das WERK1 heute eine wichtige Rolle auf ihrer Reise spielt.
Liebe Julia, schön, dass du Zeit gefunden hast, um uns ein paar Fragen zu beantworten. Kannst du heycare kurz vorstellen und erklären, woran ihr arbeitet?
Wir bei heycare verbinden das Employee Assistance Program (EAP) mit modernem Familienservice zu einer digitalen rundum Lösung für Mitarbeitendengesundheit. Unser Ziel ist es, Menschen im Arbeitsalltag spürbar zu entlasten, wenn mentale Belastung, private Verantwortung und Job aufeinandertreffen. Wir bieten präventive Hilfe und konkreten Support rund um die Uhr – in Bereichen wie Mental Care, Child Care, Elder Care und Pet Care. Damit helfen wir Unternehmen weltweit, Ausfälle zu reduzieren, HR-Teams zu entlasten und eine gesündere, wertschätzende Arbeitskultur zu schaffen.
Aus heynanny wurde heycare –
weil moderne Fürsorge weit über Kinderbetreuung hinausgeht
Ihr habt euch letztes Jahr von heynanny zu heycare umbenannt – wie kam es dazu?
Als wir 2022 gestartet sind, lag unser Fokus ganz stark auf der Kinderbetreuung – daher der damalige Name heynanny. Gestartet mit dem Fokus auf Kinderbetreuung, wurde schnell klar: Die Themen, die Mitarbeitende belasten, lassen sich nicht trennen. Deshalb haben wir in heycare umbenannt – ein Name, der zeigt, wofür wir wirklich stehen: ganzheitliche Unterstützung, die die Lebensrealität von allen Mitarbeitenden mitdenkt und Unternehmen dabei hilft, eine Kultur zu schaffen, in der Menschen langfristig leistungsfähig bleiben.


Was waren die größten Herausforderungen bisher?
Eine der größten Herausforderungen war es, ein Angebot zu schaffen, das gleichermaßen für operative Teams (z. B. in der Produktion oder Logistik) wie auch für administrative Teams im Office funktioniert. Die Bedürfnisse sind komplett unterschiedlich. Hilfe muss trotzdem immer schnell, unkompliziert und auch mehrsprachig verfügbar sein. Viel Überzeugungsarbeit müssen wir zum Glück nicht mehr leisten: Da Unternehmen nachweislich sehen, je früher sie mit heycare ihren Mitarbeitenden Unterstützung anbieten, desto weniger fallen sie aus – das spart Arbeitgeber:innen enorm viel Geld, und die Mitarbeitenden sind gesünder, glücklicher und am Ende ist es ein klares Win-Win auf beiden Seiten.
Die Themen, die Mitarbeitende belasten, lassen sich nicht trennen
Was war ein wichtiger Meilenstein für euch?
Da gab es in letzter Zeit gleich mehrere riesige Meilensteine! Ein absolut prägender Moment war unsere erfolgreiche Finanzierungsrunde (Seed Extension) über rund 4 Millionen Euro im März 2026, die uns ein enormes Wachstum ermöglicht hat. Kurz darauf wurden wir als globaler EAP-Anbieter zum Social Impact Leader 2026 im Bereich Nachhaltigkeit gekürt. Dass wir mittlerweile über 450 Unternehmen weltweit – darunter Schwergewichte wie Douglas, VW Retail und Daimler Truck – unterstützen und unser Service in über 30 Sprachen verfügbar ist, macht uns wahnsinnig stolz.

Welche Rolle spielt das WERK1 und die Community für euch?
Das WERK1 ist für uns ein unschätzbar wichtiger Begleiter auf unserem Weg vom kleinen Startup zum globalen Player. Als Teil der WERK1 Incubator Community haben wir nicht nur eine top Infrastruktur im Münchner Werksviertel gefunden, sondern vor allem ein Netzwerk aus Gleichgesinnten. Der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern, das gegenseitige Sparring bei Herausforderungen und die enorme Energie in der Community haben uns gerade in der frühen Phase extrem gepusht. Und je größer wir werden, umso wichtiger ist es für uns, mit unserem Sitz im WERK1 einen gemeinsamen Anker für alle Mitarbeitenden zu haben.
Das WERK1 ist für uns mehr als ein Büro –
es ist ein Netzwerk aus Gleichgesinnten.
Was macht für dich das Münchner Startup-Ökosystem besonders?
München bietet eine einzigartige Mischung: Es gibt ein starkes Netzwerk aus DAX-Konzernen und dem gehobenen Mittelstand direkt vor der Haustür. Langjährige (Traditions-) Unternehmen sehen Startups hier nicht als nettes Experiment, sondern als einen echten Hebel für HR-Digitalisierung und Transformation. Auf der anderen Seite ist die Unterstützung durch Akteure wie BayStartUp oder den Startup-Verband (in dem unsere Co-Founderin und CEO Julia auch als Landessprecherin aktiv ist) hervorragend, um Gründer:innen, Kapital und Wirtschaft gezielt zusammenzubringen.
Was sind die nächsten Schritte für heycare?
Nachdem wir uns als führende digitale Plattform für EAP und Familienservice in der DACH-Region etabliert haben, steht der Fokus ganz klar auf der weiteren globalen Skalierung. Wir bauen unsere digitalen Angebote noch tiefer aus und erweitern die Sprachenvielfalt auf unserer Plattform. Unser Ziel ist es, dass heycare für ganz viele Unternehmen weltweit der Standard-Benefit wird, wenn es um echte soziale Nachhaltigkeit und die mentale sowie familiäre Gesundheit ihrer Teams geht.
Vielen Dank für das Gespräch!
