MyFlexHome: Das Hotel-Abo für die hybride Arbeitswelt und Startups 

- 8. September 2025

Die Gründer des Startups Myflexhome

Ein Zweitwohnsitz in München lohnt sich für viele Berufspendler nicht – ein Hotelzimmer auf Abruf hingegen schon. Genau hier setzt das Münchner Startup MyFlexHome an, das mit seinem innovativen Hotel-Abo eine neue Wohnform für die hybride Arbeitswelt geschaffen hat. Wir haben mit Kilian Ricken, einem der MyFlexHome Gründer, über ihr Startup, ihre Arbeitsweise und ihr Finanzierungsmodell gesprochen. 

Wohnen neu gedacht: Das Hotel-Abo für Flexibilität und Komfort

Viele Berufstätige wohnen heute nicht mehr dort, wo ihr Arbeitsplatz ist – vor allem seit der Pandemie hat sich das Homeoffice als fester Bestandteil der Arbeitswelt etabliert. Doch was tun, wenn der Arbeitgeber an mehreren Tagen im Monat physische Präsenz erwartet?

Mit dem Hotel-Abo des Münchner Startups MyFlexHome bucht man Aufenthalte für 4 bis 16 Nächte im Monat – zu einem konstant günstigen Preis und mit monatlicher Rechnung. Wer schon mal in den Untiefen der Reisekostenabrechnung mit dem ewigen Zettelkram versunken ist, weiß welche Arbeitserleichterung das ist! Das spart nicht nur Geld, sondern macht das Leben deutlich flexibler. 

Dank Corona zum skalierbaren Geschäftsmodell

Die Idee zu MyFlexHome entstand, als die drei Gründer Kilian Ricken, Max Brunner und Frank Pellhammer – alte Freunde aus Studienzeiten in Augsburg beziehungsweise sogar aus Sandkastentagen – ihre Bekannten während der Corona-Zeit aus München wegziehen sahen. Raus ins Grüne, bei Home Office Pflicht natürlich perfekt! Aber was passiert, wenn alle zurück ins Büro sollen? Eine Rückkehr in die Stadt nur für einige Bürotage pro Monat? Eine klassische Zweitwohnung ist meist zu teuer und zu unflexibel. Da kam ihnen die Idee: Hotelzimmer, aber eben mit festen Sonderkonditionen!

Die drei Gründer des Startups Myflexhome bieten flexible Hotel-Abos
Die drei MyFlexHome Gründer Max Brunner, Kilian Ricken und Frank Pellhammer

Der entscheidende Wendepunkt: Von B2C zu B2B Fürs Hotel-Abo

Was als B2C-Idee begann, entwickelte sich in der Folgezeit iterativ weiter. Unternehmen begannen nämlich, die Hotel-Abos für ihre Mitarbeitenden zu bezahlen – und die Gründer erkannten das Potenzial. Gerade in Branchen wie Bau, Montage oder Projektarbeit, wo Mitarbeiter regelmäßig für kurze Zeiträume vor Ort sein müssen, stieß das Angebot auf offene Ohren. Der Wechsel zum B2B-Modell war der entscheidende Wendepunkt für das junge Unternehmen. Gründer Kilian Ricken sagt: “Wären wir stoisch bei B2C geblieben, weiß ich nicht, ob es uns noch geben würde!” Die Stärke von MyFlexHome liegt in seiner Einfachheit und Kundennähe. Immer auf Basis des direkten Kundenfeedbacks bauen die drei Gründer ihren Service immer weiter aus – inklusive Landingpages, zielgerichtetem Outreach und passender Tonalität.

So war es auch bei einer anderen Kundengruppe, sagt Kilian Ricken: “Hier im WERK1 kommen wir dauernd mit anderen Gründern und Gründerinnen ins Gespräch. Bei Startups ist der Bedarf natürlich eher punktuell als im Abo-Modell, für Gäste wie z.B. Investoren in Büronähe hier im Werksviertel oder mal für eine Messe irgendwo in Deutschland. Wir haben also ein sehr flexibles Stadtteil-Abo fürs Werksviertel zu super Konditionen aufgesetzt oder unterstützen rund um die Wiesn und die Bits&Pretzels bei der Hotelsuche in München mit guten Raten.” 

Bootstrapping aber mit viel Community Power 

Dank des bisherigen Bootstrapping-Ansatzes konnte MyFlexHome seit der Gründung 2021 stabil wachsen. Der Finanzierungsansatz hat laut Kilian Ricken Vor- und Nachteile: “Wir müssen natürlich gut haushalten und wachsen dadurch langsamer, als wir uns das vielleicht wünschen würden. Aber die Freiheit, alles selbst zu entscheiden, ohne vom Go von Investoren abhängig zu sein, ist für uns goldwert!” 

Förderungen wie beispielsweise Start?Zuschuss! haben ihnen aber – vor allem in der Anfangszeit – sehr geholfen. Insgesamt wissen sie den Standort in Bayern mit seiner starken Startup-Szene sehr zu schätzen. Seit Mitte 2023 haben sie ihr Büro im WERK1. Die Unterstützung durch das Coaching von BayStartUP, die Eventformate des WERK1 wie die  WERK1 Academy oder Ask Me Anything und das Networking im Haus haben ihnen nicht nur Know-how, sondern auch wichtige Kontakte – und eben neue Ideen –  geliefert. Der enge Austausch mit anderen Startups ist ein Boost, den das Team heute nicht mehr missen möchte! 

Und wie geht’s weiter? “Wir wollen natürlich weiter expandieren und in noch mehr Städten vertreten sein,” sagt Kilian Ricken, “damit zukünftig noch mehr Menschen flexibel und günstig übernachten können!” 

Beispielbild Hotelzimmer: Foto von Dave Photoz auf Unsplash

Judith Anger