Nebenberufliches Gründen – Vom Sidebusiness zum (erfolgreichen) Startup

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Sicher haben viele Menschen schon Mal darüber nachgedacht, ein eigenes Business zu aufzubauen. Aber dafür den sicheren Job mit festem Einkommen aufgeben? Das trauen sich viele dann doch nicht. Dabei muss es nicht entweder oder sein. Viele Unternehmen entstehen durch nebenberufliches Gründen. Und viele Side-Businesses sind inzwischen erfolgreiche Unternehmen. 

Gründungen im Überblick

Im Jahr 2019 stieg die Zahl der Existenzgründungen erstmals wieder an (auf 605.000). Während die Vollerwerbsgründungen zurückgingen, nahm das nebenberufliche Gründen deutlich* zu. 2020 sollte es einen weiteren signifikanten Anstieg geben, aber Corona hat viele Gründungspläne auf Eis gelegt. 

Neben Kleingewerben entstehen bei nebenberuflicher Gründung auch viele Startups. Durch ihre Innovationen treiben Startups die Wirtschaft voran. Ein Effekt, der etablierte Branchen verändert und fordert. Immer mehr Unternehmen haben deshalb mittlerweile eigene Innovationsabteilungen, die den Fortschritt steigern sollen. Daraus können Spin-Offs und später eigenständige, erfolgreiche Startups entstehen. Noch mehr Erfolg verspricht allerdings eine Gründerin oder ein Gründer, die/der intrinsisch motiviert ist und hauptberuflich oder nebenberuflich gründet. 

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Der Anteil an Frauen in Gründungsteams ist dabei mit 30 % deutlich geringer als der männliche Anteil. Mit unserer Initiative ONE MISSION wollen wir die Gender Diversity in Gründungsteams steigern und Frauen in Führungspositionen stärken. Mehr zu ONE MISSION erfährst du hier

Nebenberufliches Gründen – Sidepreneurship

Im Buch Sidepreneurship haben Peter und Juliane von Sidepreneur zusammen mit Sebastian die wichtigsten Fakten über nebenberufliches Unternehmertum zusammengefasst. Hier durfte auch unsere Ex-Kollegin Veronika bei der zum Buch gehörenden Befragung teilnehmen. 

Sidepreneure, oder im Deutschen auch Nebenerwerbsgründerinnen und -gründer, gehen neben der beruflichen Haupttätigkeit ihrer unternehmerischen Leidenschaft nach. Dazu zählen neben Personen in einer Festanstellung auch Studierende und Menschen, die sich in einer Aus- oder Weiterbildung befinden. 

Sidepreneure zeichnen sich meist durch eine hohe intrinsische Motivation aus und wollen eigene Ideen eigenverantwortlich umsetzen. Die Risikobereitschaft der nebenberuflichen Gründerinnen und Gründer ist allerdings deutlich geringer, weshalb sie an der finanziellen Sicherheit der Festanstellung festhalten. 

Sidepreneure im WERK1 – Nebenberufliches Gründen kann erfolgsversprechend sein

Natürlich gibt es auch im WERK1 einige Gründerinnen und Gründer, die nebenberuflich gestartet haben. Neben einigen Startups, die sich bereits während ihres Studiums mit ihrer eigenen Idee beschäftigt haben, haben andere auch parallel zur Haupttätigkeit ihr Business aufgebaut. 

Für die Startups war das eine gute Möglichkeit, sich an den Markt und die genaue Produktidee heranzutasten. Außerdem, so das Feedback z.B. von Daniel Burns, Co-Founder der testifi GmbH, ist der Druck, dass das Startup schnell skalieren muss, bei einer nebenberuflichen Gründung viel geringer. Das kann zu einem besseren Produkt und einem erfolgreicheren Unternehmen führen. 

Als konkrete Vorteile sieht er: 

  • weniger Druck, schnell erfolgreich zu sein
  • Möglichkeit, aus einer Leidenschaft heraus etwas eigenes langsam und iterativ zu entwickeln
  • mehr Sicherheit, insbesondere auch, wenn man eine Familie hat 

“It’s not win or lose, it’s more shades of grey: success is therefore a little more moderate, but so is failure”, so Dan zum nebenberuflichen Gründen. Mehr zu testifi erfährst du hier

Auch innerhalb unserer Coworking Community befinden sich einige Sidepreneure. Viele davon haben sich bereits erfolgreich ein Standbein als Freelancer aufgebaut oder gründen – sowohl allein als auch im Team – ein eigenes Startup. 

So hat z.B. Alexandru neben seiner Selbstständigkeit zusammen mit drei Freunden das Games-Startup Umbukuu gegründet. Auch er sieht die finanzielle Basis dank des Berufes als zentralen Vorteil des nebenberuflichen Gründens. Außerdem haben ihm und seinem Gründerteam die Erfahrungen, die sie in ihrem Arbeitsleben gesammelt haben, ihrem Side-Business sehr geholfen.

Sidepreneurship – nebenberufliches Gründen als Chance

Eine nebenberufliche Gründung hat viele Vorteile. Zunächst kann man ohne finanzielles Risiko feststellen, ob die eigene Idee am Markt ankommt. Dadurch ist auch kein Zeitdruck vorhanden, dass schnell Umsätze generiert werden müssen. Und auch für den Arbeitgeber ergeben sich Vorteile: Die Mitarbeitenden, die nebenher ein Business aufbauen, sind oft motivierter und können außerdem ihr neu erlerntes Wissen in ihren Job integrieren. 

Das unterstreicht auch Florian, Geschäftsführer des WERK1 und nebenberuflich Gründer des Startups Fertilia. In den Podcasts zwischen Peter (Sidepreneur) und Florian (WERK1) kannst du auch nochmal nachhören, wie Florians Sicht als Geschäftsführer und Sidepreneur ist: 

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Folgende Tipps und Vorteile für nebenberufliches Gründen haben sich in den Gesprächen mit Alexandru, Dan und Florian herauskristallisiert: 

  • Suche dir Leute, die ein ähnliches Mindset und eine ähnliche Vision haben. 
  • Mit Bootstrapping bist du sensibler im Umgang mit deinem Geld. 
  • Sidepreneurship bringt dich dazu, viel innovativer beim Wachstum zu sein, da du wenig Zeit, Geld und Ressourcen hast. 
  • Du wirst unendlich viel Lernen und wertvolle Erfahrungen sammeln. (Das kann dich am Ende auch in deinem Haupterwerb weiterbringen.)
  • Nebenberufliches Gründen gibt dir die Möglichkeit, deinen Traum zu verfolgen und gibt dir daher Hoffnung, Optimismus und eine positive Perspektive.  
  • Zwischen den zwei Perspektiven (Hauptberuf und Gründung) wechseln zu können gibt unglaublich viel Energie und beflügelt letztlich beide Seiten. 

 *kfW-Gründungsmonitor: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/KfW-Research/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor.html

Bild-Quelle: Mika Baumeister bei Unsplash