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Das war der ProChile Innovation Summit München im WERK1

Die traumhaft gelegene Metropole am Rande des größten Gebirges des Kontinents ist ein wahrer Hidden Champ in Sachen starke Gründerszene. Nicht nur die Jungen Wilden zeigen sich hier von ihrer erfolgreichsten Seite. Die alt-eingesessenen Größen der Wirtschaft ergeben zusammen die Hauptstadt des nationalen Aktienindex. Dieses imposante Intro könnte fast ebenso für München stehen. Gemeint ist aber Santiago de Chile. Der ProChile Innovation Summit war als einziges europäisches Event der Art also scheinbar mit gutem Grund in der Isarmetropole anzutreffen.

Exportförderung mit Bayrischer Unterstützung

Um die eigene Wirtschaft noch stärker an der Exportfront aufzustellen, hat Chile mit seinen 56 internationalen Exportförderungsbüros eine lange Historie diplomatischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit vorzuweisen. Seit Beginn des Jahres steht auch München wieder auf der langen Liste der interessanten Märkte. In der Eröffnungsrede des ProChile Direktors, Jorge O’Ryan, wurde klar, dass es ihm ein persönliches Anliegen ist, die kurzfristige Abwesenheit einer örtlichen Dependance rückgängig zu machen. Nachdem der ehemalige Botschafter Chiles sein neues Amt bekleidet hatte, wurde ihm klar, dass München mit seinen exzellenten B2B Möglichkeiten nicht nur unbedingt auf die Liste der Handelsvertretungen gehört, sondern sich auch gleich bestens als europäischer Veranstaltungsort für das wichtigste Networking-Event der Behörde eignet. Es gehört nicht zwangsläufig zur 45-jährigen DNA von ProChile, den Fokus auf die Startups des Landes zu richten. Zu lang die Liste an vergangenen Exportschlagern. Aber eine solide Entrepreneur-Szene ist die wichtigste Säule des Social Economic Development Chiles und somit auch für Jorge O’Ryan.

Zweitägiger Gipfel im WERK1

Nachdem für den Asiatischen und Amerikanischen Kontinent bereits Events in Peking und Miami stattgefunden haben, wollte ProChile mit dem Innovation Summit nun sowohl die bayrische, als auch die eigene Gründerszene mit der Münchner Politik und Wirtschaft vernetzen. Entsprechend las sich die Gästeliste der Speaker, ranghohe Diplomaten, Politiker und Investoren. Zwei Tage lang wurden im WERK1 Workshops, Panel, Keynotes und Social Events abgehalten. Gesondert geladene Gäste hatten darüber hinaus die Gelegenheit, dem Microsoft Headquarter Germany und dem BMW Werk mit einer privaten Tour einen Besuch abzustatten. Abschluss für den zweiten Tag bildete eine zweistündige Venture Capital & Pitch Session. Auch wenn die 48-stündige Veranstaltung für alle Teilnehmer ein straffes Programm bedeutete, kamen die nötigen Networking-Gespräche in geselliger Atmosphäre im WERK1 nicht zu kurz.

Die „homebase“ der Startups

Dass der erste ProChile Innovation Summit auf europäischem Boden am Startup-freundlichsten Ort Münchens stattfand, war quasi die logische Konsequenz. Das WERK1 hat dabei nicht nur das passende Ökosystem aus Gründerspirit und Vernetzung zur Wirtschaft und Wirtschaftspolitik des Landes geliefert, sondern auch die gewohnte Gastfreundschaft. Clemens Baumgärtner als Referent für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München (und Wiesn Chef, soviel Zeit muss sein) bezog sich bei seiner Eröffnungsrede genauso gerne auf die Gastgeberattribute Bayerns und München im Speziellen. So ist für ihn völlig klar, dass Chile mit der Landeshauptstadt nicht nur einen starken Handelspartner zu erwarten hat, sondern auch den richtigen Ort, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Stadt hat mit seinen 17 Universitäten zum Einen eine extrem starke akademische Gründerszene, zum Anderen aber auch die entsprechenden Unternehmen von relevanter Größe und Marktplatzierung, die für ein vitales B2B-Umfeld wichtig sind. Jedes noch so gute Geschäftsmodell braucht am Ende eben auch zahlungswillige Kunden.

Die Münchner Mischung macht’s!

Am Schluss war Baumgärtner noch wichtig zu erwähnen, dass die „Münchner Mischung“ nichts ist, was die Stadt in die Wiege gelegt bekam. Die ausgewogene Verteilung unterschiedlicher Wirtschafts- und Unternehmensstrukturen liegt München besonders am Herzen. Nur wenn KMU’s, Konzerne und Kleinstunternehmen sich gleichermaßen das Feld teilen wie die unterschiedlichen Branchen und Sektoren, kann eine Stadt stabil durch Krisenzeiten gehen. Das Jahr 2008 habe einfach gezeigt, wie wichtig eine vielfältige Wirtschaft sei, wie wir sie in München haben. Insofern sei völlig klar, welche Stellung auch die Münchner Startup-Kultur habe. Nur dort wo Neues wächst, könne Altes auch gedeihen.

Entrepreneurship international vernetzen

Nicht weniger zufrieden zeigte sich auch WERK1 CEO Dr. Florian Mann während des ProChile Innovation Summit. Für ihn stelle sich sowieso gar nicht erst die Frage, welche Stellung München als Startup-Spot habe. Immerhin haben wir zwei Eliteuniversitäten, eine extrem hohe Talent-Dichte, Headquarter aus IT, Automotive, Aerospace, Beratung und vieles mehr. Auch wenn hier nur ein Drittel der VC’s anzutreffen sei, also im Vergleich zu Berlin und Co. recht wenig, habe die Stadt schlicht ein innovatives Ökosystem. Umso schöner, wenn in einem solchen Umfeld das WERK1 als Brand funktioniere und sich internationales Entrepreneurship bei uns vernetzen wolle. Für Florian Mann steht auf jeden Fall noch im November die nächste Reise nach Santiago auf dem Plan. Dort wird er als Gastjuror in einer nationalen Pitch Session einen Platz im WERK1 zu vergeben haben. Wir dürfen also gespannt bleiben, was uns der landestypische Gründergeist aus der Ferne noch so ins WERK1 bringt…

Der Games/Bavaria Road Trip vom WERK1 zur “Ludicious” in Zürich 2019

Die Games-Szene boomt – fast jeder zweite Deutsche spielt heute regelmäßig an Konsole, Smartphone und Co. – das ergaben aktuelle Studien der Spieleindustrie. Gaming zählt längst nicht mehr zu den Special-Interest-Hobbies, bei dem die Öffentlichkeit die Nase rümpft. Mehr und mehr wird die Kreation von digitalen Spielen als Kunst- und Kulturgut wahrgenommen, ebenso wie als Innovations- und Marketingtool. Dafür, dass sich auch die lokale SpieleIndustrie weiterentwickeln und vernetzen kann, sorgen Menschen wie Robin Hartmann & Robin Kocaurek von Games/Bavaria. Im Auftrag des Staatsministeriums für Digitales fördert das ans WERK1 angeschlossene und hier beheimatete Team von Games/ Bavaria die Sichtbarkeit der bayrischen Spieleindustrie auf internationalem Parkett. Dazu gehören über 30 Projekte im Jahr, davon einige Reisen zu internationalen Events auf denen sie junge Kreative aus der Szene mit Entwicklern, Big Playern und Co. vernetzen. Vor kurzem stand das Gamesfestival Ludicious in Zürich an – Robin und Robin machten kurzerhand einen Roadtrip daraus. Wie der aussah und wie solche Aktionen letztlich die Games-Industrie in Bayern fördern, haben sie uns im Recap-Interview verraten.

WERK1: FÜR ALLE, DIE ES NICHT WISSEN – FASST DOCH BITTE EINMAL ZUSAMMEN, WAS GENAU IHR HIER IM WERK1 MACHT. WAS IST EURE MISSION?

Robin Hartmann: Wir sind offiziell Teil vom WERK1, wir betreuen aber ein eigenes Projekt, das nicht beim Wirtschaftsministerium aufgehängt ist, so wie das WERK1 selbst, sondern beim Staatsministerium für Digitales. Bei einem Großkonzern würde man sagen, es ist wie ein „Profit Center“. Wir kümmern uns nicht nur um Startups hier am Standort, sondern auch in ganz Bayern – aber eben speziell aus der Videospielindustrie. Dabei geht‘s um Startups, aber auch um Studenten, um Veteranen, um Publisher, Entwickler etc. Wir unterstützen auch das Digitale Ministerium bei der Projektumsetzungen, wenn Fragen aufkommen zur Spieleindustrie. Und eine unserer Aufgaben ist eben auch internationale Sichtbarkeit, ein bisschen Standort-Marketing und Unternehmen der Branche zu unterstützen. Und deswegen sind wir Ende Januar nach Zürich gefahren, auf das Gamesfestival Ludicious und haben gesagt: Das ist so nah dran, da können wir auch einen Roadtrip draus machen!

WERK1: WAS HABT IHR AUF DEM FESTIVAL GENAU GEMACHT?

Robin Hartmann: Wir wollten unseren Standort Bayern als Entwicklungs- und Publisherstandort vertreten. Aber das können wir natürlich nicht allein machen. Wir beide kommen zwar aus der Spieleindustrie – Robin von der Entwicklerseite, ich von der Publishingseite – aber wenn man irgendwo einen Standort repräsentieren will, dann brauch man immer Unternehmer im Gepäck. Also haben wir einfach in die Community reingefragt, wer uns begleiten möchte. Auf der Messe geht es uns auch nicht darum, dass man ausschließlich Business-Termine macht, sondern darum, zu zeigen, was die Unternehmen zu bieten haben. Wir hatten vier Unternehmen dabei, die jeweils in Zweier-Teams an unserem Stand ausgestellt haben. Am ersten Tag, dem quasi Business-Tag, kamen sie hauptsächlich mit anderen Entwicklern ins Gespräch und ab dem zweiten Tag kamen dann die Gamer dazu. Für die Teams war es natürlich schön, Feedback von den Besuchern zu bekommen, aber auch die Möglichkeit zum Meet-to-Match zu haben, wo sie sich dann mit Publishern treffen und erste Business-Kontakte schließen konnten.

WERK1: WAS HATTE DENN DER ROADTRIP ALS SOLCHES FÜR EINEN MEHRWERT?

Robin Kocaurek: Wir haben das das letztes Jahr schon gemacht, nur hatten wir da noch keinen Stand auf dem Festival. Auch damals haben wir Leute dabeigehabt und festgestellt, dass tatsächlich die Anreise einer der interessantesten Intra-Networking-Dinge war, die wir machen konnten. Die Leute sehen sich teilweise zwar zum ersten Mal, aber trotzdem können sie extrem interessante Gespräche führen – jeder hat Zeit zu erzählen wo er herkommt und was er so macht. Keiner denkt, dass eine 3 ½ Stunden Busfahrt eine tolle Networking Gelegenheit ist, aber das ist es tatsächlich – immerhin sitzt man zusammen auf kleinem Raum. Deswegen machen wir das auch als Roadtrip und zahlen nicht einfach die Anfahrt. Es ist eine unkomplizierte Unterstützung, die nicht viel Vorbereitung braucht, die aber für alle einen sehr hohen Effekt hat.

WERK1: LIEGT ES DA NICHT NAHE, BEIM NÄCHSTEN FESTIVAL AUCH EINE GEMEINSAME UNTERKUNFT ZU BEZIEHEN?

Robin Kocaurek: Das ist gar nicht so abwegig. Wir kennen tatsächlich viele Entwickler, die das sowieso schon machen. Das macht viel Sinn und fürs nächste Mal haben wir das auch auf der Liste. Fakt ist: Ohne uns wären viele unserer Partner wahrscheinlich gar nicht nach Zürich gefahren. Aber wir konnten genau dieses Stückchen Anschub leisten. Es war zwar schon ein Drang da, die Veranstaltung zu besuchen, aber wir konnten mit dem Roadtrip eben die letzte Hürde überbrücken

Robin Hartmann: In der Games-Industrie machst du in der Regel kein Spiel nur für den deutschen Markt, sondern bist eigentlich sofort international unterwegs und musst größer denken. Aber du hast natürlich trotzdem alle Probleme, die auch andere Firme haben, wenn sie gerade neu anfangen. Und dazu gehört natürlich auch, dass es schwer ist, mal eben ein paar 1000 Euro dafür auszugeben, um zum Beispiel nach San Francisco zu fliegen oder einige Tage im teuren Zürich unterzukommen. Noch ein größeres Problem als für Startups, ist das für Studententeams. Die denken vielleicht darüber nach zu gründen oder sind schon in der Gründungsphase, haben aber noch einmal deutlich weniger Mittel und müssen das alles von ihrem Ersparten bezahlen.

WERK1: FÜR EURE PARTNER WAR DER ROADTRIP ALSO EIN VOLLER ERFOLG. WIE SIEHT DENN EUER INTERNES FAZIT AUS?

Robin Kocaurek:Zürich ist teuer! (lacht) Wir werden es definitiv wieder machen. Weil wir auch gesehen haben, dass es für die Leute, die mit dabei waren, ein voller Erfolg war. Und die Ludicious in Zürich ist einfach eine tolle Gelegenheit, weil es in der Nähe ist, aber man die Leute trotzdem so effektiv international verknüpfen kann. Es herrscht eine produktive Atmosphäre, schön familiär, aber trotzdem mit hochwertigem Anspruch. Das ist eine Veranstaltung, die wir sehr effizient bespielen können.

WERK1: DIE NÄCHSTE LUDICIOUS IST IN EUREM TERMINPLAN ALSO SCHON GESETZT. WAS STEHT DENN SONST SO ALS NÄCHSTES FÜR GAMES/ BAVARIA AN?

Robin Hartmann: Ja, wir haben über 31 Veranstaltungen und Projekte, die wir dieses Jahr noch neben dem Daily Business bespielen. Spannend wird zum Beispiel im Mai das Gamecamp: Eine lokale Konferenz, die zum elften Mal stattfindet – mit rund 200 Personen. Das ist ein Barcamp, also ein Konferenzformat, welches darauf basiert, dass die Teilnehmer selbst die Inhalte kreieren. Bei uns ist das Thema „Gaming“ – und damit sind wir eines der größten Barcamps in Europa – und inzwischen auch ziemlich erfolgreich damit. Das ist wirklich eine super Veranstaltung, da ist von Veteranen bis hin zu Hobbyisten, Studenten, Professionals, alles mit dabei.

Robin Kocaurek: Wir haben viele Baustellen. Gerade im WERK1– wo wir mit vielen Partnern aus der lokalen Community einen Treffpunkt und Events anbieten. Hier in München organisieren und unterstützen wir viele Initiativen: Von ganz kleinen Usergroups bis hin zu mittelgroßen Konferenzen. Hinzu kommen Projekte auf nationaler Ebene – ganz groß im August natürlich die gamescom, wo wir mit Partnern einen großen Gemeinschaftsstand haben. International stehen sonst noch die GDC in San Francisco, die Reboot und die Nordic Game an. Bei der Nordic Game sind viele skandinavischen Länder unterwegs und die Reboot ist eine Entwicklerkonferenz in Kroatien – wir sind also viel unterwegs und tanzen auf vielen Hochzeiten. Aber es ist eine gesunde Mischung aus regional, national und international.

WERK1: HÖRT SICH EXTREM SPANNEND AN. UND NACH VIEL ARBEIT! UMSO MEHR DANKEN WIR EUCH FÜR EURE ZEIT UND FÜR DEN KLEINEN EINBLICK IN EUER DAILY (AND NOT SO DAILY) BUSINESS.

GAMES/BAVARIA IM WERK1

Ihr wollt noch mehr über die Events und Aktionen von Games/Bavaria erfahren? Die beiden Robins stellen alle Details regelmäßig auf ihre Webseite – ein Blick lohnt sich.