Wie du Diversity und Inclusion in deinem Startup lebst

Blogpost Diversity Tipps

(Gender) Diversity, Inclusion, Chancengleichheit, Gender Pay Gap – alle Wörter zeigen, dass wir Gleichstellung noch nicht komplett leben. Aber was bedeutet Diversity eigentlich? Und wie unterscheidet sich der Begriff zu Inklusion? Wir klären die Begriffe und zeigen dir, warum Diversität so wichtig für Teams ist, egal ob Startup oder Corporate. 

Diversity vs. Inclusion – What is what?

Diversität

Diversität bedeutet Vielfalt von Menschen. Sie zielt auf die Anerkennung und Gleichberechtigung aller Menschen ab. Es geht um die positive Bewertung von Unterschieden. 

Dabei umfasst der Begriff verschiedene Dimensionen, wie:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Ursprung
  • Religion
  • Sexuelle Orientierung und
  • Physische und mentale Fähigkeiten.

Diversität tritt auf unterschiedlichen Ebenen auf: in der Gesellschaft, in Gruppen, Teams, Organisationen und in Individuen. In den letzten Jahren ist der Begriff zu einem regelrechten Buzzword geworden. Und das aus gutem Grund. Diversity ist ein zentraler Faktor für Veränderung und Fortschritt. 

Studien haben bewiesen (siehe hierfür z.B. die Studie von BCG und MassChallenge), dass diverse Teams innovationsfähiger und erfolgreicher sind. Unternehmen profitieren von den verschiedenen Sichtweisen, Erfahrungen und Hintergründen der Mitglieder. 

Gender Diversity

Ein wichtiger Unter-Aspekt der Diversität ist Gender Diversity. Frauen sind immer noch gerade in Gründungsteams und Boards extrem unterrepräsentiert. 

Ein Bericht von McKinsey aus dem Jahr 2017 zeigt, dass diverse Teams in Bezug auf Geschlecht überdurchschnittlich profitabel sind. So haben Unternehmen, deren Frauenanteil im Topmanagement ausgeglichen ist, eine 21% größere Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich erfolgreich zu sein (Quelle: McKinsey). 

Mit unserer WERK1 Initiative ONE MISSION gehen wir das Thema Gender Diversity an. Dabei haben sich fünf Key Challenges für Unternehmerinnen herauskristallisiert: Netzwerk, Mindset, Familie & Beruf, Finanzierung und Geschlechterstereotypen. ONE MISSION schafft dabei eine Plattform zur Vernetzung innerhalb des Startup Ökosystems, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Tausch dich gern mit dem Team aus, z.B. über LinkedIn

Inclusion

Wohingegen Diversität den Mix an sich bezeichnet, macht Inklusion den Mix möglich. Sprich: Unternehmen verhalten sich proaktiv offen gegenüber Vielfalt. Und schaffen eine Umgebung, in der alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Überzeugung – fair und mit Respekt behandelt werden. Alle Mitarbeitenden können sich offen äußern (psychological safety) und fühlen sich immer wertgeschätzt und zugehörig. Wenn zusätzlich allen Mitarbeitenden die gleichen Möglichkeiten und Ressourcen zum Wachstum zur Verfügung gestellt werden, wird Inklusion erfolgreich gelebt. 

Warum Diversität für Startups so wichtig ist

Ein kognitiv und demografisch vielfältiges Team fördert die Innovationsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit, um auf die anspruchsvollen internationalen Märkte zu reagieren. Durch die Vielfalt im Team bekommen Startups ein besseres Verständnis für die eigene Zielgruppe. Das alles erhöht den Erfolg eines Unternehmens.

Studien belegen, dass vielfältige Perspektiven, neue Ansichten und Ansätze zu besseren Geschäftsergebnissen führen. Und Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt und sicher fühlen, sind gesünder und engagierter. 

Insbesondere was die Bereiche Kultur und Herkunft anbelangt, sind viele Startups schon sehr gut aufgestellt. Ein Großteil der Startups ist schon zu Beginn international. Aber in anderen Dimensionen gibt es auch für Startups noch Nachholbedarf. In nur etwa 33,5% der Startups in Deutschland ist mindestens eine Frau als (Mit-) Gründerin vertreten. Insbesondere im Tech-Bereich sind Frauen noch stark unterrepräsentiert. Wir sagen: Da geht noch was! 

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6 Tipps für mehr Diversity im eigenen Startup

Gut und schön, aber wie können sich Startups diverser aufstellen? Und was tun, wenn sich auf die Stellenausschreibungen nur Männer aus Deutschland bewerben? Wir haben ein paar Tipps für dein Startup, wie Diversity und Inclusion gesteigert werden können.

1. Passe deine Recruitingprozesse an

Oft bewerben sich nur sehr ähnliche Personen auf eine Stelle. Woran das liegt? Ein Grund ist sicher die Stellenausschreibung. Mit dem Hinweis (m/w/d/x) ist es dabei natürlich nicht getan. Verwende eine aktive Ansprache und nutze genderkonforme Bezeichnungen. Außerdem kann der Hinweis, dass nicht alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt werden müssen, wahre Wunder bewirken. Bezieh nicht nur Fachfähigkeiten, sondern auch Soft Skills in deine Beschreibung ein. Und: Suche Bewerbende in Fach-Netzwerken z.B. für Frauen oder für andere Herkunftsländer. 

2. Zeig dich divers

Die Außenwahrnehmung eines Startups ist enorm wichtig. Je diverser und offener du dein Startup positionierst, desto vielfältiger sind auch die Bewerbungen. So kannst du z.B. auf der Homepage Diversität deutlich machen. Was sind die Werte eures Unternehmens, und wie ist das Team aufgestellt? Außerdem hilft es, das Netzwerk weiter auszubauen und ggf. auch in den Medien authentisch divers aufzutreten. 

3. Schaffe psychologische Sicherheit 

Wenn Teammitglieder wissen, dass sie immer alles ansprechen können, ohne sich zu blamieren spricht man von psychologischer Sicherheit. Besonders in Diversity-Teams sind die Unterschiede zwischen den Personen oft groß und Unsicherheiten entstehen. Wenn sich die Mitarbeitenden allerdings psychologisch sicher fühlen, interagieren sie mehr miteinander und sind am Ende kreativer und sprechen Fehler an. 

4. Passe die internen Strukturen an

Frag deine Mitarbeitenden aktiv nach ihren Bedürfnissen. Ist z.B. eine inklusive Gestaltung der Räumlichkeiten, wie für stillende Mütter oder religiöse Bedürfnisse, sinnvoll? Oder wünscht sich das Team ein Training oder einen klaren Code of Conduct? Passe die internen Strukturen an, und zwar nicht top down, sondern bottom up. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten sich beispielsweise auch Teilzeit-Doppelspitzen und ein flexibles Arbeitszeitmodell an. Wichtig ist auch, dass Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen für alle Mitarbeitenden identisch sind. 

5. Breche Stereotype auf

Bewusst oder unbewusst: wir alle denken hin und wieder in Stereotypen. Brich das im gesamten Team auf. Besonders geeignet sind dafür Unconscious-Bias-Trainings. Hier werden unbewusste Denkmuster bewusst gemacht und Werkzeuge an die Hand gegeben, diskriminierende Verhaltensweisen zu beseitigen. 

6. Mache Vorbilder sichtbar 

Zu guter Letzt hilft es immer, Vorbilder sichtbar zu machen. Im besten Fall treten diese innerhalb (und vielleicht sogar außerhalb) deines Startups auch als Ambassadors auf. Das ermutigt, beseitigt Stereotype und spornt an. 

Viel Erfolg und stay diverse!

Credits: Oliver Cole auf Unsplash.